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Nuraghen, Küstentürme

Nuraghen, Küstentürme – die stillen Wächter von Sardinien

Nuraghe

Die Nuraghen sind weltweit einzigartige, kegelförmige, megalithische Bauten.

Archäologen datieren die ersten Proto-Nuraghen um 1.800, manche gar um 2.200 v. Chr.
Die sogenannte Nuraghen-Kultur erstreckt sich etwa von 1.600 bis zum 2. Jahrhundert v. Chr. Sie umfasst somit das Zeitalter von der Mittelbronzezeit bis zur Jüngeren Eisenzeit.

Die meisten Wissenschaftler sind sich heute überein, dass die Turmbauten als Kultstätten gedient haben, Ihr Zweck als Burgen oder Grabbauten wird nur noch von einer Minderheit vertreten.

Schätzungen zufolge soll es über 10.000 dieser Steinbauten gegeben haben, heutzutage sind um die 7.000 bekannt. Dies entspricht einer Dichte von etwa einem Nuraghen je 3,5 km², wobei die Verteilungsdichte in den Subregionen Marmilla und Montacuto am höchsten ist.

Die Bautechnik entwickelte sich von einfachen Proto-Nuraghen Dank der Einführung der Kragkuppel – einer Vorform des echten Gewölbes – zu eintürmigen Nuraghen bis hin zu Groß-Nuraghe-Komplexen. Die Türme aus losen Steinblöcken waren bei Letzteren durch Mauern verbunden. Oftmals waren sie ferner von Hüttendörfern und Schutzmauern umgeben.

Manche zentralen Türme (mastio) waren gar 25 bis 30 m hoch, die meisten hatten aber eine ursprüngliche Höhe von 10 bis 20 m mit einem Durchmesser am Grund von 8 bis 10 m.

Den größten Schaden erlitten die Nuraghen in der jüngsten sardischen Geschichte, vor allem mit dem im Jahr 1823 vom König von Sardinien Vittorio Emanuele I veröffentlichten Edikt der Chiudende.
Dieses erteilte Jedem, der bereits die Länder bewirtschaftete und die Möglichkeit hierzu hatte, das Recht, das gewünschte Land mit frei wählbaren Mitteln einzugrenzen. Durch die Verwandlung des bis zu dem Zeitpunkt geltenden Volkseigentums in Privateigentum zielte das Edikt auf eine Verbesserung der rückständigen Landwirtschaft.
Leider war es nahegelegen, zur Eingrenzung einfach die bereits „zur Verfügung stehenden Steine“ der vielen Nuraghen zu nutzen.
Die daraus entstandenen Steinmauern (muretto a secco) kennzeichnen heute weite Teile der Insel.

Das eindrucksvollste Beispiel der Nuraghen-Baukultur ist der dorfähnliche Komplex Su Nuraxi bei Barumini in Zentralsardinien. Es ist von der UNESCO stellvertretend für die gesamte Nuraghen-Kultur als Weltkulturerbe anerkannt worden.

(GPS Koordinaten: 39.705497, 8.991786)

 

Weitere sehr schöne Nuraghen sind beispielsweise:

die Nuraghe Arrubiu bei Orroli in der Subregion Sarcidano
Es handelt sich um die einzige bekannte Fünfeckbastion – fünf sekundäre Türme, die um den zentralen Turm angelegt sind. Insgesamt zählte die Anlage 21 Türme auf einer Fläche von etwa 5000 m².

(GPS Koordinaten: 39.662509, 9.295992)

die Nuraghe Losa bei Abbasanta in Zentralsardinien
Ein eindrucksvoller, gut erhaltener Tholos-Nuraghe mit Dreiecksbastion – drei sekundäre, im Dreieck angeordnete Turmreste. Eine heutzutage teilweise erhaltene Umfassungsmauer mit Türmen umfasste den gesamten Komplex.

(GPS Koordinaten: 40.116465, 8.790347)

die Nuraghe Palmavera bei Alghero im Südwesten Sardiniens
Sie wird als Großnuraghenkomplex eingestuft und besteht aus einem Zentralbau mit einem heute etwa 8 m hohen Tholos-Nuraghen, Umfassungsmauern und einem zweiten, später errichteten Tholos-Nuraghen sowie den erkennbaren Fundamenten eines Hüttendorfes.

(GPS Koordinaten: 40.594559, 8.242480)

die Nuraghe Santu Antine bei Torralba in der Subregion Meilogu

Sie besteht aus einem zentralen, heute etwa 17,5 m hohen, ursprünglich gar ca. 21 m hohen Tholos-Turm, einer Bastion, einer Umfassungsmauer mit drei sekundären Tholos-Türmen sowie Siedlungsresten.

(GPS Koordinaten: 40.487072, 8.769891)

Interessant ist auch die Nuraghen-Siedlung Tiscali in der Einsturzdoline auf dem gleichnamigen Berg bei Oliena im Landesinnern zu der ein schöner Wanderweg führt. Tiscali gilt als letzter Rückzugsort der Nuraghier vor den römischen Eroberern.

(GPS Koordinaten: 40.241468, 9.491749)

Besuchen Sie auch das archäologische Museum der Inselhauptstadt Cagliari (Museo Archeologico Nazionale di Cagliari)

(GPS Koordinaten: 39.221886, 9.116639)

mit einer Vielzahl an Fundstücken der Nuraghen-Kultur, allen voran die kennzeichnenden, oftmals votiven Bronze-Statuetten (bronzetti).

Die Bronzetti sind Sinnbild einer hochentwickelten Kulturform, von der wir bis heute, auch aufgrund fehlender Schriftstücke, leider nur recht wenig wissen.

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Sarazenenturm

Ebenso wenig wie die Nuraghen sind die Sarazenentürme an der Küste, nicht vom Landschaftsbild Sardiniens wegzudenken.
Sarazenentürme (torri saracene) oder Küstentürme (torri costiere) genannt sind zumeist kegel- oder zylinderförmige Wach- und Signaltürme gegen die Piratenüberfälle seitens der Sarazenen.
Sie waren um die 7 bis 14 m hoch, mit einem Durchmesser am Grund von ca. 5 bis 17 m. Es wurden drei unterschiedliche Turmgrößen mit jeweiliger gestaffelter, militärischer Ausrüstung unterschieden.

Nur der Turm von Porto Torres ist sechseckig und der Turm von Muravera sowie der von Nurachi sind quadratisch.

Sie wurden in Sardinien wie auch auf Korsika, Sizilien, Elba, Malta und manchen Küsten des italienischen Festlandes errichtet.

In Sardinien geht der erste dokumentierte Piratenüberfall auf das Jahr 705 unter byzantinischer Herrschaft zurück. In dieser Zeit entstanden die ersten Türme und Burgen an Sardiniens Küsten. Während der sardischen Regierung vom 9. bis 16. Jahrhundert und danach unter pisanischer und genuesischer Herrschaft wurden weitere Befestigungsanlagen errichtet. Der Großteil der Wachtürme entstand aber unter spanischer Herrschaft. Sie wurden vor allem ab dem Jahr 1587, nach dem Vertreib der moslemischen Bevölkerung von der iberischen Halbinsel und die resultierende Zunahme an Piratenüberfälle, erbaut.
Die Piraten wurden mit dem Begriff „Sarazenen“ charakterisiert. Hiermit umfasste man bis ins hohe Mittelalter vor allem die Volksgruppen, die von der arabischen Halbinsel kamen, zumeist Moslems. Als Synonyme zum Sammelbegriff „Sarazenen“ galten Araber, Mauren – insbesondere die Berber -, Andalusier, Moslems und Türken. Zumeist war deren Ziel die Plünderung und die Versklavung der Bewohner. Sardiniens Städte wurden trotz diverser Versuche nicht von den Sarazenen erobert.

Etwa 105 Wachtürme umrundeten die Insel und standen untereinander in Sichtkontakt oder in akustischer Reichweite. Als Signale wurden Rauch-, Feuer-, Spiegelzeichen oder Warnsignale mittels Glocken und Horninstrumenten verwandt. Sie bildeten somit einen 360°C Schutzkreis für die sardische Bevölkerung. In diesem Sinne wurden manche gar bis zum Ende des zweiten Weltkrieges genutzt. 

Heute sind etwa 70 Türme erhalten und als historische Monumente erfasst. Oftmals dienen sie als schöne Kulisse für Kunstausstellungen und ähnliches.

Der Zugang erfolgte übrigens über eine in 4 bis 6 m angebrachte, nur Dank einer Seiltreppe erreichbare und somit gut verteidigungsfähige Tür. Ausschließlich die kleineren Türme boten eine an der Außenwand angebrachte, gemauerte Treppe.

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