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Musik

Musik – ein gar von der UNESCO geschütztes Gut dieser faszinierenden Insel

Die sardische Musik gehört zweifelsfrei zu den größten Unterscheidungsmerkmalen der sardischen Kultur.

Die hauptsächlichen Musikgenres sind:

der canto a tenore, ein polyphoner Männergesang,

der cantu a chiterra, ein einstimmiger Gesang mit Gitarre

die launeddas, ein Blasinstrument mit Einfachrohrblatt bestehend aus drei Schilfpfeifen,

und die sakralen Gesänge, gosos.

 

Der canto a tenore ist vor allem in der Subregion Barbagia im Inselinnern verbreitet, kommt aber auch in den Subregionen Ogliastra, Baronie und Logudoro vor.

Dieser Gesang wird von einem Vorsinger rezitiert und einer Bass-, einer Alt- sowie einer Bariton-Stimme begleitet. Das vier Mann zählende Ensemble stellt sich hierzu kreisförmig auf.

Von der Unesco wurde der canto a tenore mit dem Weltkulturerbe-Titel ausgezeichnet und zählt somit zum immateriellen Erbe der Menschheit. Es ist die archaischste musikalische Ausdrucksform Zentralsardiniens. Manche sehen ihren Ursprung gar in der Nuraghen-Kultur. Es wird angenommen, dass die Bass-Stimme das Muhen des Ochsens nachahmt, die Alt-Stimme das Rufen der Lämmer, die Bariton-Stimme das Schafs-Blöken und der Solist den Menschen selbst, denjenigen, der sich die Natur zu eigen gemacht hat.

Besonders bekannt sind die „Tenores di Bitti“, die diese Musikform weit über Sardiniens Grenzen hinausgetragen haben.

 

Der cantu a chiterra ist vor allem in Nordsardinien verbreitet, in den Subregionen Logudoro, Goceano, Planargia und Gallura.

Es handelt sich um einen landestypischen, einstimmigen Gesang in sardischer Sprache – vor allem in den Haupt-Dialekten Logudorese und Gallurese – mit Gitarren-Begleitung.
Wahrscheinlich ist diese Musikrichtung bereits vor der Erfindung der Gitarre entstanden. Mit ihrem Einzug unterscheidet man heutzutage zwölf unterschiedliche Gesangsvarianten. Sos Mutos ist beispielsweise eine dieser Varianten und über die gesamte Insel verbreitet. Bestandteil der Sos Mutos sind vor allem gutmütige, ironische Wortgefechte in der Liebe. Die reimenden Verse werden hierbei frei improvisiert.  

Maria Carta ist eine international bekannte Sängerin der Musikrichtung cantu a chitarra.

 

Die launeddas waren ursprünglich in der ganzen Insel populär, heutzutage trifft man sie vor allem in den Subregionen Campidano, Sarrabus, Ogliastra, Trexenta und den Ortschaften Cabras und Ovodda an.

Es handelt sich um ein traditionelles, sardisches Einfachrohrblattinstrument, dessen Ursprung im 8. Jahrhundert vor Christus liegen soll. Es besteht aus drei Schilfrohren unterschiedlicher Länge, welche zeitgleich mittels Zirkularatmung gespielt werden. Die linke Hand hält das längste Rohr (tumbu), welches ein einziges Loch hat und dem Instrument den Grundton verleiht, zusammen mit dem zweiten Schilfrohr (mancosa manna). Diese zwei sind miteinander verbunden. Die rechte Hand spielt hingegen das melodieführende dritte Rohr (mancosedda).

Dionigi Burranca steht hier beispielhaft für berühmte sardische Launedda-Spieler.

 

Die gosos oder goccius in Campidanese genannt, sind vor allem in den Subregionen Campidano, Nurra, Monteacuto, Goceano, Gallura und Barbagia verbreitet.

Es handelt sich um antike sakrale Gesänge. Ihre Inspiration und Ursprung sollen sie von Papst Clemens IV. (Papstzeit von 1265 bis 1268) Schriftsatz „Die Sieben Freuden Mariens“ (Los set gautz de Nostra Dona) haben. Die Spanier haben diese Gesangstradition in Sardinien eingeführt.

Noch heute werden die Gesänge während kirchlicher Prozessionen in sardischer Sprache gesungen.

 

Als weitere inseltypische Musikinstrumente seien folgende genannt:

bena (dem launeddas ähnliches Blasinstrument, hat jedoch nur ein Schilfrohr mit Löchern),

sulittu oder pipiolu genannt (ein flötenähnliches Blasinstrument aus Schilfrohr),

tumbarineddu (eine mit Tierfell bespannte Trommel aus Kork, Blech oder Holz)

und organittu (Akkordeon).

Sie werden zur musikalischen Begleitung sardischer Folkloretänze verwandt.

 

Sehenswert ist das Museum für traditionelle sardische Musikinstrumente „Museo degli strumenti della Musica popolare della Sardegna“ in Tadasuni am See Omodeo im Westen der Insel.

Ballo sardo wird der inseltypische Folkloretanz genannt. Er wird kreisförmig und paarweise in unterschiedlichen Formationen getanzt.
Trotz seiner Einzigartigkeit erinnert er an antike Ritualtänze um eine Feuerstelle oder einem Zelebranten. Dies wird durch die Tatsache verstärkt, dass die Tänze immer zur Erntezeit auf dem Kirchplatz oder in antiken Kultstätten veranstaltet wurden.

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