Woher kommt der Name Sardinien? Diese Frage führt tief in die Geschichte, zu Mythen über Götter, Seefahrer und antike Völker. Die Namensherkunft Sardiniens ist bis heute nicht eindeutig geklärt – doch zahlreiche Legenden erzählen, wie die Insel ihren Namen erhielt. Zwischen göttlicher Schöpfung, griechischen Wurzeln und phönizischen Spuren zeigt sich: Sardinien ist nicht nur landschaftlich einzigartig, sondern auch sprachlich und kulturell ein Stück lebendige Antike.
Woher kommt der Name Sardinien?
Eine der bekanntesten Legenden über die Entstehung Sardiniens erzählt, dass Gott bei der Erschaffung der Erde die Insel schlicht vergessen habe. Erst Engel hätten ihn darauf hingewiesen, dass im Mittelmeer noch ein leerer Platz sei. Da das Baumaterial bereits aufgebraucht war, nahm Gott von jedem Kontinent ein Stück des Besten – Berge, Wälder, Wüsten, Strände und fruchtbare Täler – und formte daraus Sardinien.
Anschließend habe er die Insel mit seinem Fuß fest auf das Meer gedrückt, damit alles zusammenhalte. Daher, so die Legende, rührt auch die Form Sardiniens, die an einen Fußabdruck erinnert. Bereits die Griechen bezeichneten sie daher als „Ichnoussa“ oder „Sandalion“, was beides „Fußabdruck“ bedeutet.
Welche antiken Theorien gibt es zur Namensherkunft Sardiniens?
Die Namensherkunft Sardiniens ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Schon in der Antike existierten mehrere Theorien:
- Sardus Pater:
Der römische Historiker Sallustius überlieferte, dass der Gott Sardus Pater, Sohn des Gottes Makeris, aus Libyen nach Sardinien kam und die Insel nach sich selbst benannte – Sardo-Sardinia. Der ihm geweihte Tempel von Antas bei Fluminimaggiore erinnert bis heute an diesen Mythos. - Shardana (Sherden):
Nach ägyptischen Quellen könnte der Name auf das antike Volk der Shardana (Sherden) zurückgehen, eines der sogenannten „Seevölker“, die um 1200 v. Chr. im Mittelmeerraum aktiv waren. Die Römer romanisierten den Namen später zu Sardus und Sarda. Viele Historiker sehen in den Shardana die Urvorfahren der Sarden. - Griechischer Einfluss:
Neben Ichnoussa nannten die Griechen die Insel auch Argyróphleps Nèsos – „Insel der Silberadern“ – wegen ihrer silberhaltigen Bodenschätze. - Herodot und Sardeis:
Eine weitere Theorie besagt, dass der Name von einer legendären Frau aus Sardeis (Lydien, heutige Türkei) stammt. Der griechische Historiker Herodot schrieb, dass sowohl die Etrusker als auch die Sarden aus diesem antiken Königreich abstammen könnten.
Was haben Sardinen mit Sardinien zu tun?
Tatsächlich haben Sardinen und Sardinien nichts miteinander zu tun. Der Fischname „Sardine“ leitet sich zwar von der Insel ab, weil er dort im Altertum in großen Mengen vorkam – die Insel selbst jedoch hat ihren Namen schon lange zuvor getragen.
Anschließend habe er die Insel mit seinem Fuß fest auf das Meer gedrückt, damit alles zusammenhalte. Daher, so die Legende, rührt auch die Form Sardiniens, die an einen Fußabdruck erinnert. Bereits die Griechen bezeichneten sie daher als „Ichnoussa“ oder „Sandalion“, was beides „Fußabdruck“ bedeutet.
Wie nennen Italiener Sardinien?
In Italien heißt die Insel Sardegna. Der lateinische Name Sardinia wurde über die Jahrhunderte leicht verändert, blieb aber sprachlich und kulturell erhalten. Im Sardischen selbst wird die Insel Sardigna genannt – ein Ausdruck von Identität und Stolz, der bis heute lebendig ist.
Die Flagge der Quattro Mori – Symbol sardischer Identität
Die Flagge „I Quattro Mori“ – die „vier Mauren“ – ist eines der bekanntesten Symbole Sardiniens. Sie zeigt ein rotes Georgskreuz auf weißem Grund sowie vier dunkle Köpfe mit Stirnbändern.
Über den historischen Ursprung der Flagge gibt es verschiedene Theorien. Einige führen das Motiv auf mittelalterliche Siege des Königreichs Aragon zurück, andere auf die sardisch-pisanischen Kämpfe gegen die Sarazenen. Heute sind die Quattro Mori ein wichtiges Erkennungszeichen Sardiniens und das offizielle Symbol der autonomen Region.
Mehr über die unterschiedlichen Ursprungstheorien und die Bedeutung des Motivs erfahren Sie in unserem Artikel zur → Flagge Sardiniens und den Quattro Mori .
Mythos und Bedeutung der Namensherkunft Sardiniens
Die Sardinien Namensherkunft ist ein faszinierendes Zusammenspiel aus Mythos, Sprache und Geschichte. Ob göttlich inspiriert durch Sardus Pater, geprägt von den Shardana oder benannt nach einem fernen Königreich – all diese Erzählungen zeigen, wie eng Natur, Glaube und Identität auf Sardinien miteinander verbunden sind.
Kein Wunder also, dass die Insel wegen ihrer landschaftlichen Vielfalt und kulturellen Tiefe bis heute als der „kleine Kontinent im Mittelmeer“ bezeichnet wird.