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Kaktusfeige Sardinien – eine wild wachsende Delikatesse

Die Kaktusfeige auf Sardinien, Frucht des bis zu vier Meter hohen Opuntienkaktus, gilt als besondere Delikatesse der Insel. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Südamerika und wurde im 16. Jahrhundert von spanischen Seefahrern nach Europa gebracht. Heute wächst die Kaktusfeige auf Sardinien in Küstengebieten und bis in niedere Gebirgslagen wild, wird aber auch gerne als natürliche, dichte Hecke angepflanzt.

Aussehen und Geschmack der Kaktusfeige auf Sardinien

Die Kaktusfeige (italienisch fichi d’India oder figu morisca) ist typisch für die mediterrane Landschaft. Ihre Blätter sind groß und halbrund, und die gänseeigroßen, ovalen Früchte leuchten in Gelb, Orange oder Rotviolett. Am besten schmecken die mit leicht gelb-orangener Schale – sie sind mild, süß und sehr saftig. Das Fruchtfleisch enthält viele kleine, etwas harte Kerne, die jedoch problemlos mitgegessen werden können. Sie tragen zum ballaststoffreichen Charakter der Frucht bei und sind völlig unbedenklich.

Die Kaktusfeige ist reich an Calcium, Vitamin B und Vitamin C, und ihr Geschmack erinnert an eine Mischung aus Birne und Melone.

Es gibt verschiedene Sorten:

  • Sulfarina (gelb-orange): mild, süß, sehr saftig
  • Sanguigna (rötlich): aromatisch, leicht herb
  • Muscaredda (weißlich-grün): zart, fester im Biss

Wie erntet man Kaktusfeigen richtig?

Vorsicht ist geboten! Die Schale der Früchte (auch die Bätter) trägt auf ihren warzenartigen Erhebungen unzählige, tückische, feine weiße Stacheln.
Die Frucht sollte daher am besten mit Handschuhen oder einem trichterförmig zugeschnittenen Schilfrohr abgedreht werden.
Danach wird sie mit einem Büschel aus wildwachsender Kretischer Zistrose oder Schmalblättriger Steinlinde abgebürstet. Deren leicht klebrige Blätter helfen, die feinen Stacheln zu entfernen. Dennoch bleiben meist einige zurück – deshalb sollte man die Frucht immer vorsichtig nur mit Daumen und Zeigefinger halten.

Wie bereitet man Kaktusfeigen zu?

Mit einem sauberen Messer werden die Enden der Frucht abgeschnitten und ein längs verlaufender Schnitt durch die Schale gemacht. Auf diese Weise lässt sich die Haut leicht ablösen, und man gelangt an das je nach Reife grüne, gelbe oder rote Fruchtfleisch. Die hellgelben Früchte gelten als besonders aromatisch.
Am besten genießt man sie gut gekühlt – pur, im Obstsalat, als Marmelade, Sirup, Likör oder Sorbet.

Wie viele Kaktusfeigen darf man essen?

Kaktusfeigen sind gesund, aber reich an Ballaststoffen und Kernen. Es empfiehlt sich, nicht mehr als zehn Früchte pro Tag zu essen. Zu viele können leicht stopfend wirken.

Ist die Kaktusfeige gesund?

Ja! Die Kaktusfeige Sardinien ist reich an Vitaminen, Antioxidantien und Mineralstoffen. Sie stärkt das Immunsystem, wirkt entzündungshemmend und spendet Feuchtigkeit – auch in Kosmetikprodukten wird sie genutzt.

Kaktusfeige Sardinien – typisch mediterran

Die Kaktusfeige ist auf Sardinien allgegenwärtig: Sie wächst wild entlang von Straßen, auf felsigen Hügeln und rund um alte Häuser. Oft wurde sie auch als natürliche Hecke angepflanzt, denn durch ihre dichten, stacheligen Triebe kommt niemand hindurch. Ihre tiefen Wurzeln festigen den Boden und verhindern Erosion. Im Spätsommer und Herbst werden die Früchte geerntet und auf Märkten oder Dorffesten angeboten.

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