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Fauna

Fauna – die außergewöhnliche, artenreiche Tierwelt von Sardinien

Sardinien hat eine beeindruckend artenreiche Fauna.

Die besondere geologische Geschichte der Insel hat zur einzigartigen Entwicklung vieler Arten beigetragen. Weite Naturlandschaften, außergewöhnliche Feuchtgebiete, zahlreiche Schutzgebiete und besondere, mikroklimatische Voraussetzungen machen sie auch heute noch zur Heimat vieler Tiere.

 

Manche Tierarten sind gar Endemiten und kommen nur auf Sardinien oder in geographisch nahegelegenen Gebieten vor.

 

Man unterscheidet hierbei:

Paläoendemismus – die Art ist sozusagen ein Relikt eines ehemals größeren Verbreitungsgebietes

und Neoendemismus – hierbei handelt es sich um eine junge Art oder Unterart, die an einem bestimmten, isolierten Standort entstanden ist und sich noch nicht weiterverbreitet hat.

 

Beispiele für Paläoendemismus sind in der Tierwelt eher selten. In Sardinien kann man aber unter den Reptilien die Eidechse Lucertola di bedriaga und unter den Amphibien eine Unterart des Speleomantes aufführen.

 

Beispiele für Neoendemismus gibt es für Sardinien hingegen reichlich.
Es werden je nach Verbreitungsgebiet folgende Typologien unterschieden: sardischer, sardisch-korsischer und thyrrenischer Neoendemismus sowie Mittelmeer-Neoendemismus.

 

An sardischen Neo-Endemiten gelten beispielsweise folgende Tiere:

Sardischer Albino-Esel (Asinello sardo dell’Asinara),

Sardische Breitrandschildkröte (Tartaruga marginata sarda),

Sardische Langohr-Fledermaus (Orecchione sardo),

Sardischer Molch (Euprotto sardo),

Sardischer Gebirgsmolch (Geotritone del Supramonte),

Sarrabus Höhlensalamander (Geotritone del Sarrabus),

fünf Unterarten der Amphibie Speleomantes.
Ferner sind vier endemische Unterarten an Vögeln bekannt, eine Fink- (Fringuello), eine Buntspecht- (Picchio rosso maggiore), eine Meisen- (Cinciallegra) und eine Häher-Art (Ghiandaia).

 

Zu den sardisch-korsischen Neo-Endemiten zählen:

Mufflon (Muflone),

Thyrrenischer Rothirsch (Cervo sardo),

Sardisches Wildschwein (Cinghiale sardo),

Dammhirsch (Daino),

Sardischer Fuchs (Volpe sarda),

 

Sardischer Habicht (Astore sardo),

Thyrrenische Mauereidechse (Lucertola tirrenica),

Thyrrenische Gebirgseidechse (Lucertola di Bedriaga),

Zwerg-Kieleidechse (Algiroide nano).

 

Ein Beispiel für einen Thyrrenischen Neo-Endemiten ist der Thyrrenische Laubfrosch (Raganella sarda).

 

Mediterrane Neo-Endemiten sind:

Sardisches Rebhuhn (Pernice sarda),

Sardischer Hase (Lepre sarda),

Sardischer Scheibenzüngler-Frosch (Discoglosso sardo).

Umstritten ist die Eingliederung in endemische Art oder Unterart beispielsweise der Sardischen Wildkatze (Gatto selvatico sardo, auf Lateinisch: Felis lybica sarda), Es wird angenommen, dass sie von den Phöniziern eingeführt wurde, welche in ihren Schiffen Katzen zur Mäusebekämpfung zu transportieren pflegten. Diese Annahme beruht auf ihre Ähnlichkeit mit der im Nahen Osten und Nordafrika lebenden Katze Felis lybica. Die Sardische Wildkatze ist sehr scheu, und heute leider vom Aussterben bedroht.

 

Der Gänsegeier (grifone) ist zwar kein endemisches Tier Sardiniens, ist aber in Italien ebenfalls vom Aussterben bedroht. In Sardinien wurde er eingeführt und nistet nun in unzugänglichen Höhen bei Bosa an der Nordwestküste der Insel.

 

Vom exklusiven, geographischen Lebensraum, dem Endemismus, abgesehen, unterscheiden sich viele sardischen und sardisch-korsischen Arten oder Unterarten von ihren Verwandten andernorts vor allem durch ein eklatantes Merkmal: die geringere Größe.
Auf den Inseln sind die Tiere merklich kleiner.
Dieser Unterschied fällt sowohl bei den Säugetieren (Wildschweine, Füchse, Hasen, Hirsche, …), Vögeln (Habichte, Bussarde, Sperber, …), Reptilien (Eidechsen) als auch Amphibien (Frösche) auf.

Die geringere Größe äußert sich auch bei Nutztierrassen oder verwilderten Rassen.
Ein augenfälliges Beispiel hierfür ist das auf dem Hochplateau Giara di Gesturi in Zentralsardinien freilebende Wildpferd Giara-Pferd“ genannt (Cavallino della Giara). Die Widerristhöhe beträgt beim Hengst 125 bis 135 cm, bei den Stuten 115 bis 130 cm. Sein Ursprung ist ungewiss. Aufgrund seiner erblichen Charakteristika ist er aber ein wahres lebendes Fossil.

Ähnlich ergeht es dem Sardischen Esel (Asinello sardo), welcher in zwei Varietäten auftritt: grau und albinotisch. Die auf der nordwestlichen Insel Asinara lebenden Albino-Esel sind genetisch gesehen weltweit einzigartig. Zudem sind sie die einzigen freilebenden Wildesel Europas.

Die kleine, sardische Rinderrasse (Bovino sardo) trägt noch Genmaterial der Urvorfahren Bos macrocerus in sich. Ihr Leben auf der Insel kann bis zur Nuraghen-Kultur vor etwa 4.000 Jahren nachgewiesen werden. Genetisch sind sie nicht mit den italienischen Rindern verwandt, die erst später von den Karthagern in Sardinien eingeführt worden sind.

Ähnlich ergeht es dem Sardischen Schaf (Pecora sarda). Diese kleine Schafsrasse ist perfekt an ihre Umgebung angepasst. Sie ist ausgesprochen widerstandsfähig und übersteht auch unwirtliche Trockenperioden, ihre Milchproduktion ist gar auf die sardischen Jahreszeiten eingestellt.

 

Die Küstengebiete und sardischen Inseln nehmen die wichtigsten Wasservögel-Populationen des Mittelmeerraumes auf.

Unter den zahlreichen, unter Naturschutz stehenden Vogelarten, stechen besonders die Rosaflamingos (fenicottero rosa) hervor. Von den Sarden werden sie auch liebevoll sa genti arrubia – „die roten Menschen“ genannt.
Sie sind beispielsweise in den Lagunen von Oristano, Cagliari, Colostrai und San Teodoro anzutreffen.

 

Stellvertretend für die zahlreichen am Wasser lebenden Vogelarten seien folgende genannt:

Mittelmeer Krähenscharbe (Marangone dal ciuffo mediterraneo),

Mittelmeer Sturmtaucher (Berta minore),

Gelbschnabel-Sturmtaucher (Berta maggiore),

Sturmschwalbe (Uccello delle tempeste),

Korallenmöwe (Gabbiano corso),

 

Moschusente (anatra muta),

Stelzenläufer (Cavaliere d´Italia),

Bindenerdracke (Ghiandaia marina),

Speerreiher (airone),

Kormoran (cormorano).

 

Zu den auf Sardinien nistenden Vögeln gehören ferner

Zwergohreule (Assiolo),

Weidensperling (Passero),

Wachtel (Quaglia),

Triel (Occhione),

Grauammer (Strillozzo),

Calandrella (Calandrella),

Rotkehlchen (pettirosso).

 

In Sardinien sind auch unterschiedliche, unter Naturschutz stehende Schildkröten (tartarughe) zu Hause:

Breitrandschildkröte (Tartaruga sarda),

Griechische Landschildkröte (Tartaruga di terra oder Testuggine di Hermann genannt),

Maurische Landschildkröte (Testuggine moresca genannt),

Europäische Sumpfschildkröte (Testuggine palustre europea).

 

Natürlich fühlen sich auf der Insel auch die liebenswürdigen Geckos wohl, wie

der Mauergecko (geco comune oder tarantola muraiola genannt),

der Europäische Halbfinger (Geco verrucoso)

und der Europäische Blattfinger (Euloptes europea).

 

Häufig anzutreffen sind die auf Steinen sonnenbadenden, aber sehr ängstlichen Eidechsen wie die Ruineneidechse (Lucertola campestre).

 

Nur mit viel Glück trifft man hingegen auf Skinke wie der Gefleckte Walzenskink (Gongilo) und die Erzschleiche (Luscengola).

 

Äußerst selten sind auf Sardinien Schlangen, wie die Äskulapnatter (Saettone oder Colubro di Esculapio genannt) und die Ringelnatter (biscia).

Keine der vorkommenden Arten ist giftig.

 

Übrigens legt am einsamen Strand von Piscinas, an der Südwestküste Costa Verde, sogar die Meeresschildkröte Unechte Karettschildkröte (Tartaruga marina comune) ihre Eier … ein wahrliches Tierparadies.

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