Sardinien besitzt einige eindrucksvolle Dünenlandschaften. Besonders an der weitgehend naturbelassenen Westküste erheben sich mächtige Sanddünen, die teilweise weit ins Landesinnere reichen. Zu den bekanntesten Dünen Sardiniens gehören Piscinas und Scivu an der Costa Verde sowie die Dünen bei San Nicolò und Portixeddu.
Die Dünen an Sardiniens Westküste
An der einsamen, noch immer wenig touristischen Costa Verde befinden sich einige der eindrucksvollsten Dünen Sardiniens. Dazu gehören die Dünenlandschaften von Piscinas, Scivu, Is Arenas und Torre dei Corsari.
Besonders bekannt sind die Dünen von Piscinas. Sie erstrecken sich über eine Fläche von etwa 1,5 km² und reichen bis zu zwei Kilometer ins Landesinnere. Die gewaltigen Sandmassen und die weitgehend unbebaute Umgebung verleihen diesem Abschnitt der Costa Verde seinen außergewöhnlichen Charakter.
Weiter südlich liegt bei San Nicolò und Portixeddu ein weiteres großes Dünensystem. Die Dünen erstrecken sich mehrere Kilometer ins Landesinnere und sind heute in weiten Bereichen von mediterraner Vegetation und Pinien bewachsen. Damit unterscheiden sie sich deutlich von den offenen Sandflächen von Piscinas.
Auch im Süden Sardiniens gibt es sehenswerte Dünenlandschaften. Bei Chia säumen mit Wacholder und mediterraner Vegetation bewachsene Dünen einige der schönsten Strandabschnitte der Region. Besonders eindrucksvoll sind auch die hellen Sanddünen von Porto Pino, die sich hinter dem langen Strand zu einer weitläufigen Dünenlandschaft erheben.
Tiere und Pflanzen in Sardiniens Dünen
Die Dünen sind weit mehr als große Ansammlungen von Sand. Sie bilden einen empfindlichen Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen.
An den Stränden der Westküste kommt auch die Meeresschildkröte Caretta caretta zur Eiablage an Land. Inzwischen werden Nester der Meeresschildkröte auch an verschiedenen anderen Küstenabschnitten Sardiniens registriert.
In den Dünen und ihrer Umgebung leben außerdem die unter Naturschutz stehende Landschildkröte Testudo hermanni, der sardische Hirsch Cervus elaphus corsicanus sowie Füchse, Kaninchen und Wildkatzen. Auch Rebhühner hinterlassen ihre Spuren im Sand.
Typisch für die Vegetation sind knorrige Wacholder (Ginepro), Mastixsträucher (Pistacia lentiscus) und Wolfsmilchgewächse. Hinzu kommen Tamarisken, Binsen und weitere Pflanzen, die an die besonderen Bedingungen der Küste angepasst sind.
Warum Sardiniens Dünen geschützt werden müssen
Die Sanddünen Sardiniens sind empfindliche Ökosysteme. Wind und Pflanzen formen und stabilisieren sie über lange Zeiträume. Besonders die Vegetation spielt dabei eine wichtige Rolle: Wird sie durch häufiges Betreten beschädigt, kann der Sand leichter abgetragen und das natürliche Dünensystem beeinträchtigt werden.
Viele Dünenbereiche stehen deshalb unter Schutz. Vor Ort weisen Schilder und Absperrungen darauf hin, welche Flächen nicht betreten werden dürfen. Diese Hinweise sollten unbedingt respektiert werden – auch wenn eine Düne auf den ersten Blick lediglich wie eine große Sandfläche aussieht.
Wer geschützte Dünen unerlaubt betritt oder mit Fahrzeugen befährt, muss mit empfindlichen Geldbußen rechnen. Die Region Sardinien nennt hierfür Strafen von 100 bis 1.000 Euro.
Benutzen Sie deshalb vorhandene Wege und Strandzugänge und laufen Sie nicht quer durch geschützte Dünen. Pflanzen sollten nicht beschädigt oder entfernt werden. Auch Ausritte sowie Fahrten mit Jeeps, Quads oder anderen Fahrzeugen sind in geschützten Dünenbereichen nicht erlaubt.
Nicht nur die Dünen selbst sind Teil dieses empfindlichen Küstensystems. Auch der → Sand an Sardiniens Stränden ist ein schützenswerter Bestandteil der Natur und darf nicht einfach als Urlaubssouvenir mitgenommen werden.
Eine wichtige Rolle für den natürlichen Küstenschutz spielt außerdem die → Posidonia auf Sardinien. Die an den Stränden angespülten Pflanzenreste mögen auf den ersten Blick störend wirken, tragen aber dazu bei, Sand festzuhalten und die Küste vor Erosion zu schützen.